Imkerberater Sprechstunde im Mai

Raps- und Obstblüte sind in Vollblüte, daher rechtzeitig den Honigraum erweitern. Wer schon volle Honigräume hat, kann ggf. nach der Regenwoche bereits das erste Mal Schleudern. Unbedingt nur reifen Honig ernten, also den Wassergehalt messen.

Die jetzt wöchentliche anstehende Schwarmkontrolle nutze ich zur Jungvolkbildung. 1-2 Baurahmen im Wechsel ausschneiden, Raps-Pollenbretter entnehmen, Mittelwände geben, bei starken Wirtschaftsvölkern alle 2-3 Wochen Ende April bis Mitte Mai 1 Brutbrett mit Pflegebienen OHNE Königin entnehmen. Oder von einem Volk das noch keinen Honigraum hat 3 Brutwaben entnehmen. Wird der Baurahmen nicht angenommen, oder mehrere Zapfen gebaut, oder erste Schwarmzellen zwischen den Bruträumen gefunden, muss ich beide Bruträume komplett durchsehen. Ist die Königin noch da, breche ich alle Zellen aus, sind keine Stifte da, dann war ich zu spät.

Aus den entnommenen Brutwaben bilde ich am Tag X einen Sammelbrutableger nach Pia Aumeier. Nach Tag X + 9 breche ich ALLE Nachschaffungszellen und gebe in die Mitte zwischen 2 Brutwaben einen belarvten Zuchtrahmen. Gleichzeitig erweitere ich unten mit einer Zarge Mittelwände und Randwaben mit Honig/Flüssigfutter. Am Tag X + 19 werden die Zellen mit 3-5 Bienen verschult. Am Tag X + 21 sind sowohl die Königinnen als auch alle Bienen geschlüpft. Ich behandle beim Aufteilen in Ableger mit Milchsäure/Oxalsäure, je eine bienenbesetze Wabe, Futterwabe, (Pollenwabe,) Mittelwände und Königin ergeben einenAbleger. Das Flugloch wird auf Drohnenbreite eingeengt. Bei wöchentlicher 1-2 kg Flüssigfuttergabe wächst das Volk zügig. Ist die Königin nach 3 Wochen nicht begattet, setzte ich entweder eine begattete Königin unter Futterteigverschluß zu, oder löse das Volk auf. Nur bei Schlechtwetter warte ich noch eine Woche. Die nächste Varroabehandlung steht erst im September wieder an.

Imker mit weniger als 6 Bienenvölker können auch ausnahmsweise im Honigraum zwischen 2 offenen Brutwaben mit Pflegbienen eine Zuchtlatte mit 5-12 Larven einhängen. Am nächsten Tag die Annahme kontrollieren und ggf. nachlarven. Die Brutwaben kontrolliere ich auf Nachschaffungszellen. Ich käfige die verdeckelten Zellen umgehend, damit sie bei Tracht nicht verbaut werden. Ein einseitig angebrachtes Kunststoffabsperrgitter am Zuchtrahmen kann das verhindern. Nach dem Schlupf die Königinnen wie oben zu einem Ableger zusammenstellen. Imker mit der Trogbeute T120 können die Königinnenzucht hinter dem Abtrennschied durchführen, unbedingt das kleine Flugloch freigeben. Hier gebe ich nur 3-5 Larven bei 1-2 offenen Brutwaben. Sonst wie oben, je Ableger behalte ich eine geschlüpfte Königin. Imker mit Dadant, oder ähnlichem Brutraum erweitern die Völker bis diese 8 Brutwaben bestiften, Drohnenrahmen sind geteilt. Bei schwachen Völkern die nur 3-4 Brutwaben bestiften verfahre ich wie oben. Bei den starken entnehme ich je eine verdeckelte Brutwabe mit ½ – ¾ großer Brutfläche mit ansitzenden Bienen. Die entnommen Brutwaben bilden den Sammelbrutableger wie oben beschrieben. Wer hier nur 1 – 3 Völker hat, kann wie oben beschrieben, aber in zwei Honigräumen nachziehen. Dazu je 3 Waben mittig entnehmen, links und rechts eine offene Brutwabe mit Pflegebienen und in die Mitte die Zuchtlatte, unten ein neues Honigrähmchen in die Wabengasse geben.

Bei drei im letzten Jahr geprüften Zuchtvölker haben wir für die Körung eine Bienen- und Drohnenprobe entnommen. Bei den unbehandelten Völkern in der Toleranzprüfung gab es leider Winterverluste. Die diesjährigen Zuchtvölkern haben sich gut entwickelt und werden neben der wöchentlichen Schwarmkontrolle alle drei Wochen komplett durchgesehen. Auch hier gibt es wieder starke, sanfte und sammelwütige Völker die bereits den dritten Honigraum besetzen. Für unseren Junitermin versuche ich eine Brutwabe mit Larven bereit zu halten. Bitte die Sammelbrutableger wie oben beschrieben am Freitag, den 29.05. bilden. Brutwaben für den Honigraum morgens abkehren und hochhängen, dann bleibt die Königin unten. Alle Nachschaffungszellen ausbrechen. Bitte vorher anmelden und neue Weiselbecher mitbringen, ein Behältnis oder Zuchtlatte und angefeuchte Tücher, zB. Küchenrolle. Mehrwabenkästchen für eine Belegstellenbeschickung müssen Drohnenfrei sein, ohne Gesundheitszeugnis geht da ebenfalls nichts.

Denkt an die Futterbestellung und ausreichend Imkermaterial, diesjährige Königinnen werden Blau gezeichnet. Schwarmfang nur wenn man sich selbst dabei nicht gefährdet. Meldet euch rechtzeitig wenn Ihr Rat benötigt, denkt bei telefonischer Unterstützung daran, dass das eine oder andere Bild hilfreich sein könnte.

Autor: Rolf Woelke

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Imkerberater Sprechstunde im April

Wenn die Obstblüte mit der Kirsche anfängt, können aufgesetzte Völker wieder vereinzelt werden. Sie bleiben ihrem Platz stehen, das starke Wirtschaftsvolk wird auf dem Stand verstellt. Die Flugbienen verstärken das mittlerweile gewachsene Volk noch. Das Aufsetzen funktioniert nicht bei aggressiven, stechwütigen aber starken Völkern, hier droht Königinnenverlust.

Wer seine Völker bei Temperaturen über 15° kurz durchgeschaut hat, weiß was nun bei jedem einzelnen zu tun ist. Aufschreiben ist Pflicht, diese Zeit spart man beim Bearbeiten der Völker wieder ein. Wenn mal alles benötigte vorher bereit gestellt hat. Ein zu langes Öffnen der Völker bei kühlen Temperaturen muss unterbleiben.

Die starken Völker haben bei mir schon einen Honigraum über Absperrgitter bekommen. Sie haben schon Weidenhonig eingetragen. Bei mittelstarken warte ich noch eine Woche. Wenn die Völker morgens unten durchhängen können sie erweitert werden.

Imker mit der Trogbeute T120 können den Honigraum geben, wenn 12-15 Waben besetzt sind. Dann sind die Völker stark genug.

Imker mit Dadant, oder ähnlichem Brutraum geben ein bis zwei halbhohe Honigräume, wenn die Völker 5-6 Waben gut besetzen. Bei jedem neuen Honigraum werden diese um 180° gedreht. Dann werden alle Honigrähmchen gleichmäßig ausgebaut. Die Pollenwabe gehört hinter das Schied.

Alle Völker sollten noch eine Futterreserve von mind. 5-6 kg haben, also 2 Dadant-, 2-3 Zander- oder 3 DNM-Rähmchen.

Schwache Völker saniere ich wie oben und nutze sie dann nur als Bienenmasse für die kommende Zucht, oder als Drohnenpflegevolk für die künstliche Besamung.

Wer noch keinen Drohnenrahmen gegeben hat, sollte dies umgehend tun. Drohnen sind erst in 1 ½ Monaten nach dem Stiften geschlechtsreif. Also Mitte Mai könnte dann frühestens Königinnen begattet werden. Gleichzeitig schwächt Drohenpflege den Schwarmtrieb, 3-4 maliges Ausschneiden der Drohnenwaben bremst die Milbenlast um 50%. Statt Juli kann dann auch noch im August behandelt werden. Das davon ausgeschmolzene Wachs kommt in den Wachskreislauf.

Denken Sie auch an ihre Zuchtplanung, je nach Standort Anfang, Mitte oder Ende Mai. Wenn alles klappt steht wieder eine gekörte Zuchtkönigin für die Zuchtstoffabgabe zur Verfügung. Wer Königinnen lieber zukauft, sollte sich in beebreed informieren welcher lokale Züchter aus Hessen und Umgebung gute Zuchtwerte hat. Ein Wert von 110 bedeutet Top 16%, 115 schon Top 7%, 120 sogar Top 2%.

Denken Sie an eine gute Wasserversorgung ihrer Bienen.

Autor: Rolf Woelke

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Ökologische Imkerei – ein Vortrag des Demeter Imkers Michael Weiler

Auf mittlerweile 38 Jahre Imkereierfahrung blickt Weiler nun zurück. Er berichtete am 5.3.2020 über die Entstehung der Demeter-Bienenhaltung, für welche es seit 1995 Richtlinien gibt.

In den Richtlinien wird die Betriebtsweise konkret geregelt. Ein zentraler Punkt ist die Gewinnung rückstandsfreier Bienenprodukte. Zur Varroabekämpfung dürfen daher „bio-technische“ Verfahren, wie z.B. die Brutentnahme, sowie organische Säuren genutzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die artgerechte Haltung der Bienen. Der natürliche Lebenslauf der Bienen dient als Maßstab. Daraus folgt, dass die Vermehrung über den Schwarmprozess erfolgt. Eine Schwarmvorwegentnahme ist hier eine Option.  Weiter wird in den Richtlinien geregelt, dass im Brutraum Naturwaben zu nutzen sind.

So kann zusammenfassend gesagt werden, dass die Demeter-Bienenhaltung den „Bien“ als Einheit betrachtet und sich die Haltung der Bienen an den Rhythmen und Bedürfnissen der Bienen orientiert.

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Weihnachtsfeier 2019

Gemütlich saßen die Imkerinnen und Imker an der diesjährigen Weihnachtsfeier beisammen. Bei leckerem Essen im Landgasthof Rotlipp in Ortenberg, wurden Anregungen für das neue Jahr gesammelt, neue Ideen besprochen und „gefachsimpelt“.

Der Vorstand wünscht eine besinnliche Weihnachtszeit!

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