Der Kreis-Anzeiger berichtet

Mit einfachen Mitteln viel erreichen

BÜDINGEN – Ein Vortrag des Bienenzuchtvereins Büdingen zum Thema Blühstreifen mit Christian Dreher vom Bieneninstitut Kirchhain fand regen Anklang: Rund 70 Interessierte waren gekommen, um von Dreher Möglichkeiten kennenzulernen, das Nahrungsangebot der Insekten zu bereichern.

Dreher erläuterte, dass rund 50 Prozent der Flächen Deutschlands landwirtschaftlich genutzt werden. Dabei gebe es regionale Unterschiede. Dort sieht er die Chancen für Verbesserungen und setzte so einen thematischen Schwerpunkt des Abends. „Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führt unter anderem zur Grünlandintensivierung. Grünflächen werden häufiger gemäht, wodurch Blühmöglichkeiten verringert werden“, erklärte er. Es gebe verschiedene Ansätze für die Landwirtschaft, um Pflanzen das Blühen dennoch zu ermöglichen. Dreher nannte den Feldfutterbau, Untersaaten, Gärsubstrate, bienenfreundliche Sonderkulturen, Agroforstsysteme, Zwischenfruchtanbau oder die bekannten ein- oder mehrjährigen Blühstreifen. Auch Blühmischungen im frühen Anbau brächten dem Landwirten Vorteile, wie eine Auflockerung der Fruchtfolge, eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit, den Aufschluss von Bodennährstoffen und eine sichere Einkommensalternative durch die Förderung.

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Monatsbetrachtung Januar 2019

In diesem Jahr übernehme ich, Diana Weckeiser, die von Rolf Wölke im letzten Jahr eingeführten Monatsbetrachtungen für unseren Verein. Vielen Dank an Rolf  für die interessanten Hinweise im letzten Jahr.
Jeder Monat der Imker/Bienen-Jahres hat sein spezielles Thema, bzw. Arbeiten die in diesem je nach Wetter und Witterung  ausgeführt werden sollten.

Bienen nach der Wintersonnenwende

Der Januar ist in der Regel nach dem Februar der zweitkälteste Monat des Jahres. Steigen mit den längeren Tagen die Außentemperaturen fangen die Bienen wieder an zu brüten und der Futterverbrauch steigt. Erste Pollen wie Hasel, Erle, Weide uns Schneeglöckchen tragen zu eines schnellen Entwicklung bei. „Monatsbetrachtung Januar 2019“ weiterlesen

Imkerberater Sprechstunde im Dezember

Der Adventsweihnachstmarkt ist einer meiner letzten Termine, die ich im Dezember gerne wahrnehme. Viele Kunden kommen extra, um die speziell angerührten „Weihnachtsgewürzhonige“ zu erstehen. Neben den Klassikern mit Zimt, Vanille und Lebkuchen biete ich auch immer eine neue Spezialität im 250 gr Neutralglas an. Familie und Freunde freuen sich ebenfalls auf meine Kreationen.

Meine treuen Honigkunden erhalten im Advent immer eine Bienenwachskerze als Zugabe, wenn der Vorrat knapp wird bastele ich abends noch Nachschub. Der Geruch nach frischem Bienenwachs erfüllt dabei die Stube. Auch am Weihnachtsbaum haben wir immer echte Bienenwachskerzen, der aromatische Geruch gehört einfach zum Fest dazu.

Da ich die Bienen im Oktober und November auf Varroen kontrolliert habe, führe ich nur noch die Winterbehandlung mit Milch- oder Oxalsäure durch. Wirtschaftsvölker die auf weniger als 4 Waben sitzen werden zusammengelegt, da sie den Winter nicht überstehen würden. Auch könnten Völker noch umgesetzt werden, denn der Transport im Auto schadet ihnen nicht. Das Flugloch wird erst ein Tag später wieder freigegeben. Da ich gut eingefüttert habe, erfolgt so ein Umzug immer zu zweit.

Meist lege ich bei der Behandlung bereits fest welche Völker ich im Frühjahr abgeben kann. Leider gehen in Hessen im Winter immer noch zu viele Völker zugrunde. Deshalb bieten wir im Jahresverlauf Schulungen zu allen imkerlichen Tätigkeiten an, rechtzeitig gestellte Schulungswünsche werden von uns gerne im Jahresplan berücksichtigt.

Rückblickend war das Jahr wieder ereignisreich und wir mussten uns auf viele Besonderheiten einstellen. Manche Völker waren in ihrer Entwicklung nicht schnell genug, um die Frühtracht voll einzufahren. Erfreulich gut lief es in der Zucht und lässt auf starke gesunde Völker hoffen. Die Honigernte war gut bis erfreulich, aber doch von Ort zu Ort unterschiedlich. Einige Standorte hatten mit Melizitosehonig bis in den August zu kämpfen. Mehrere Imker meldeten Königinnenverluste nach der Einweiselung im Juli/August, wobei sich die Völker selbst neue gezogen haben. Um diese guten Königinnen ist es schade, wir versuchen da im neuen Jahr eine praktikable Lösung aufzuzeigen.

Autor: Rolf Woelke

Jetzt schon vormerken!

Das Jahr ist noch nicht zu Ende, doch im Vorstand stehen die Vorbereitungen für das kommende Jahr an erster Stelle.

Wir freuen uns sehr, schon Ende Januar einen spannenden Vortrag anbieten zu können. Dazu wird uns ein Referent besuchen. Seid gespannt!

Wer uns besuchen wird und worum es geht, erfahrt ihr schon bald!

Imkerberater Sprechstunde im November

Bei den Bienen gibt es jetzt bis zum Monatsende nichts mehr zu tun. Die Zeit wird für nötige Reparaturen, Waben und Wachs mit dem Dampfwachsschmelzer einschmelzen und Auffüllen der Verkaufsware genutzt. Meist werden auch einige Kurse für Bienenwachskerzen, eigene Kosmetik – und Metherstellung angeboten. Die Kerzen werden aus angewärmten Mittelwänden gerollt, der Docht vorher in flüssiges Wachs getunkt. Rezepte für Holz-, Schuh- und Lederpflegemittel aus Bienenwachs können einfach mal ausprobiert werden, ist leichter als man denkt. Wer zuviel Honig hat, kann ruhig mal Met oder Honigwein aus verschiedenen Honigen herstellen. Es überrascht immer wieder wieviel Einfluss der Honig auf das Endprodukt hat. Meist stelle ich bereits im August den ersten großen Ansatz her und fülle den Met vom Vorjahr in Flaschen oder Kanister um.

Seinen Kerzenbestand kann man mit eigenen Formen erweitern, es gibt viele Möglichkeiten diese aus Silikon selbst herzustellen. Gegossen wird mit 2x geklärtem auf 80° C erhitztes sauberem Bienenwachs. Die Dochtstärke ist dem Kerzendurchmesser anzupassen. Eine Brennprobe zeigt, ob die Kerze auch nicht russt und wie lange sie wirklich brennt. Als Tipp können gegossene Kerzen für 1-2 Tage eingefroren werden, diese brennen dann langsamer ab. Für Weihnachtsmärkte können auch Teelichter gefertigt werden, da sind 8 – 10 Stück in einem Rutsch erstellt.

Jetzt ist Zeit mal wieder in die Imker-Literatur zu schauen und einige neue Bücher oder Hefte zu studieren. Die gewonnen Erkenntnisse können im nächsten Jahr versuchsweise an einigen Völkern ausprobiert werden. Generell gilt das nächste Jahr vorzubereiten und Überlegungen anzustellen wie viele Völker und Königinnen man für seine Zwecke benötigt. Danach richtet sich der Vormerkzettel, größere Anschaffungen können noch im alten Jahr getätigt werden, da im neuen Jahr die Preise meist angepasst werden.

Ende des Monats kann bereits mit der Winterbehandlung begonnen werden, wenn die Völker brutfrei sind. Ob eine zweimalige Anwendung mit Sprühen von Milchsäure, oder eine einmalige durch Sprühen oder Träufeln von Oxalsäure in entsprechender Verdünnung durchgeführt wird obliegt dem Imker. Völker die im Oktober deutlich unter der Befallsgrenze von 1 Varroa pro Tag waren, sollten auch nicht behandelt werden. Die meisten Imker müssen aber im Winter behandeln, die Erfolgsquote von 92 – 98 % kann man durch Einschieben der Varroalade überprüfen. Durch die Winterbehandlung verschafft man seinen Völkern einen gesunden Start in die neue Saison. Unbehandelte Völker gehen meist noch über Winter ein, sie fliegen sich entweder leer oder brüten sich Tode.

Autor: Rolf Woelke