Imkerberater Sprechstunde im August

Noch sind einige Drohnen in den Völkern verblieben, auch wenn die meisten bereits aus den Völkern als zusätzliche Mitesser vertrieben wurden. Entdecke ich ein Volk mit auffallend vielen Drohnen schaue ich mir dieses genauer an. Meist fehlt die Königin, oder die Jungkönigin ist noch nicht begattet. Drohnenbrütige Völker kehre ich jetzt konsequent ab.Das Auffüttern mit Sirup ist für dieses Jahr zu empfehlen, Futterteig gebe ich nur wo die Völker mit reichlich Wasser versorgt sind. Futtergaben werden beim Auffüttern in 4 gleichen Teilen alle 3-5 Tage gegeben, dass verhindert das Verhonigen des Brutnestes. Ableger erhalten insgesamt 10 kg und Wirtschaftsvölker 18 – 20 kg Futter. Den eingetragenen Honig der Balsamine belasse ich den Völkern. An einem Stand macht das bis 1/3 des Winterfutters aus. Räuberei ist unbedingt zu vermeiden, das geräuberte Volk ist wegzustellen und wird durch ein Leermagazin ersetzt. Das unterbricht die angefangene Räuberei, bevor sie am ganzen Stand ausbricht.

Bei der Auffütterung nehme ich mir Zeit für Wabenhygiene, ausgeschleuderte Honigwaben werden honigfeucht zu je 5 – 7 Waben pro Magazin aufgesetzt. Nach 4 Tagen sollte die Völker diese gesäubert haben. Früh morgens können sie leicht entnommen und trocken ins Überwinterungslager gebracht werden. Bei Wirtschaftsvölkern kann der untere fast brutleere Brutraum mit dunklen Wabenwerk komplett entnommen und eingeschmolzen werden. Pollenbretter können als Randwabe verbleiben, nicht leere Brutwaben ebenso. Bei Flüssigfütterung werden auch noch Mittelwände ausgebaut, aber diese niemals zwischen Brutwaben hängen sondern immer nur an das Brutnest.

Mitte August ist Zeit für eine 3-tägige Windeldiagnose, wenn eine Behandlung ansteht informiere ich mich auf Varroawetter, welche Behandlung Erfolg verspricht. Gekühlte 60% Ameisensäure ist früh morgens oder spät abends zu geben, um Königinnenverluste zu vermeiden. Temperaturen über 30° sind aber für alle Anwendungen nicht empfehlenswert. Wohl dem der genügend Drohnenbrut geschnitten hat. Gut 2 Wochen nach einer Behandlung sollte der natürliche Varroenfall gegen Null gehen, ansonsten war die Behandlung nicht erfolgreich.

Mitte August kann auch noch die Königin für 25 Tage in einem Spezialkäfig in einer Brutwabe vom Legen ausgesperrt werden. Anschließend erfolgt eine brutfreie Varroabehandlung, Wirkungsgrad siehe Varroawetter. Danach legt die Königin nochmal richtig los und erzeugt genügend gesunde Winterbienen für eine Überwinterung. Weitere Infos beim Bieneninstitut Kirchhain.

Im August werden Jungvölker ausgeglichen, sie sollten 7-8 Brutwaben gut besetzen. Wo das nicht der Fall ist gebe ich welche aus besseren Völkern zu. Wirtschaftsvölker erhalten bei mir fast ausnahmslos neue Königinnen, nur einzelne Königinnen übernehme ich noch für eine weitere Saison. Beide Maßnahmen beugen Winterverluste vor. Einige Reserveköniginnen werden für Notfälle bis September vorgehalten, da muss der Futtervorrat immer wieder geprüft werden.

Autor: Rolf Woelke